Die Töchter 
von Zürich

Zu diesem Buch - Hintergrundwissen

König Rudolfs Tod und Wahl Adolfs von Nassau 1291-1292

Die vergangenen Jahre waren, zumindest im Zürcher Raum, recht friedlich gewesen, doch jetzt, im Frühjahr 1291, zieht Unheil auf. König Rudolf I. von Habsburg, der das Reich 18 Jahre lang regierte, ist todkrank und seine Nachfolge nicht geregelt. Von vier ehelich geborenen Söhnen ist ihm nur der Älteste - Albrecht - geblieben und da es Rudolf nie gelungen ist, sich zum Kaiser krönen zu lassen, hat er auch keine Möglichkeit, Albrecht einfach zum König zu ernennen. Er ist auf die Wahlstimmen der Kurfürsten angewiesen. Und die tun das, was Lobbyisten immer tun – zunächst einmal die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und Albrecht steht ganz sicher nicht oben auf ihrer Wunschliste für einen Königskandidaten.

 

Unruhen
im Gebiet der heutigen Schweiz

Die Diskussion darüber, ob die Anfänge der späteren Eidgenossenschaft auf den Bundesbrief von 1291, den sogenannten „Rütlischwur“ von 1307 oder den Morgartenbrief vom 1315 zurückgehen, überlasse ich den Schweizern. Tatsache ist, dass in dem Machtvakuum zwischen dem Ableben des alten Königs und der Wahl eines neuen zahlreiche Bündnisse zwischen einzelnen Städten, Gemeinden und adeligen Herrscherhäusern geschlossen wurden, in denen es um wirtschaftliche oder gerichtliche Vereinbarungen ging, aber auch um gegenseitigen Schutz vor äußeren Bedrohungen, die unterschiedlich konkret benannt werden. 

Zentrales ethisches Thema: die Lüge

Poetis mentiri licet
Es ist den Dichtern erlaubt, zu lügen
Plinius d. Jüngere, epistulae 6,21,6

Dieses Motto habe ich meinem Roman vorangestellt. Zum einen wollte ich deutlich machen, dass es sich hier – trotz sorgfältiger Recherche der ermittelbaren historischen Fakten – um einen ROMAN handelt. Handlungen, Aussehen und Charakterzüge meiner Figuren sind meiner Phantasie entsprungen, auch wenn sie zum Teil reale Vorbilder haben. In Kapitel 9 seiner Poetik benennt Aristoteles den Unterschied zwischen Geschichtsschreibung und Poesie: Die Geschichte schreibt, was geschehen IST, die Poetik, was geschehen KÖNNTE und ermöglicht so auch ein allgemeines Nachdenken der Leser. 

Die Lüge des Buchmalers

Zum anderen spielt das Thema LÜGE eine zentrale Rolle in meiner Geschichte: wann, warum und mit welcher Rechtfertigung lügen wir? Mein Protagonist Bertram sieht sich unversehens mit einem Geheimnis aus seiner Vergangenheit konfrontiert, das ihn alles kosten könnte: seine gesellschaftliche Stellung, die Liebe seiner Frau und die Ehre seiner ältesten Tochter Hedwig. Menschlich und verständlich, dass er alles versucht, dieses Geheimnis zu vertuschen … mit verheerenden Folgen.

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